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Emel Mathlouthi

Was liegt näher, als für die Plattenaufnahmen einer tunesischen Sängerin einen isländischen Produzenten auszuwählen? Nennen wir das Aufeinandertreffen von Emel Mathlouthi und Valgeir Sigurðsson, der bereits mit Künstlern wie Björk, Sigur Ros, CocoRosie, Feist und dem Kronos Quartet zusammenarbeitete, ein positives Beispiel von Globalisierung. Künstlerisch ist das unbedingt sinnvoll, denn Emel wollte für ihr zweites Album „Ensen“ einen modernen Ansatz. Tunesische Folk Music und arabische Klänge sollten ganz selbstverständlich zusammen gehen mit Trip-Hop und Electronica. Ob akustisch oder elektronisch generierte Beats, die Klammer sind dabei Grooves von hypnotischer Qualität, zu denen Emel ihre Botschaften formuliert und variiert. „Ich singe ein Lied nie auf die gleiche Weise. Ich gehe da immer sehr frei mit meinem Gesang um. Schlussendlich bin ich kein klassischer Studiokünstler, sondern eher ein Performer, der die Bühne liebt“, erklärt die Performerin. „So bekommen meine Songs ein zweites, eigenständiges Leben, sobald die Aufnahmen abgeschlossen sind.“ Als „Stimme der Jasmin-Revolution“ gefeiert, sind ihre Texte gegen die Ungerechtigkeiten in ihrer Kultur eng mit dem Arabischen Frühling verbunden. Dass sich die Hoffnung auf eine wirkliche Zäsur in der arabischen Welt zerschlagen hat, ihre Musik zu Hause zensiert wurde und sie beschloss, ins Ausland zu gehen, lässt Emel nicht verstummen. Ganz im Gegenteil. Sie will mit ihrer Musik all jenen Menschen Kraft geben und Mut zusprechen, die den Kampf gegen Unterdrückung und Gewalt weiterführen. Und Emel macht sich dabei vor allem auch für ihre Geschlechtsgenossinnen stark.

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